Intravitreale Injektionen

Bei bestimmten Formen der feuchten altersbedingten Makuladegeneration kommt es zum krankhaften Wachstum von Blutgefäßen direkt unter der Netzhautmitte, der Makula. Die Gefäßwände dieser Adern sind porös und es kann Blutflüssigkeit in das Netzhautgewebe sickern (daher kommt der Name „feuchte“ AMD). Durch Risse in den Wänden dieser Gefäße kann es auch zu Blutungen in oder unter die Netzhaut kommen. Flüssigkeit und Blut beeinträchtigen die Sehkraft sehr stark. Durch die Flüssigkeit und Blut wird die Netzhaut dicker und wölbt sich vor. Dieses führt zu Verzerrungen im Bild (Türkanten oder Laternenpfähle sind nicht mehr gerade, auch Schrift und Gesichter sind verkrümmt) und zu Ausfällen (grauer bis schwarzer Fleck im Blickpunkt). Dies kann zum Verlust der Lesefähigkeit führen. Das Entstehen dieser schadhaften Blutgefäße wird durch Wachstumsfaktoren gesteuert. Der wichtigste Wachstumsfaktor wird VEGF genannt (Vascular Endothelial Growth Factor). Bestimmte Antikörper können die Wirkung dieses Wachstumsfaktors blockieren. Sie wurden für die Krebstherapie entwickelt. Obwohl das Wachstum der schädlichen Blutgefäße hinter der Netzhaut kein Krebsgeschehen ist wird auch das Wachstum dieser Adern durch solche Antikörper gehemmt. Die Antikörper führen auch zur Abdichtung der undichten Gefäßwände. Die Wirkung am Auge kann auch erreicht werden kann, wenn die Antikörper wie in der Krebstherapie vorgesehen intravenös verabreicht wird. Die Behandlung iat aber nebenwirkungsärmer, wenn die Antikörper unter sterilen (OP-) Bedingungen direkt in das betroffene Auge injiziert werden. Inzwischen gibt es neben den für die Krebstherapie entwickelten Antikörpern auch solche, die speziell für die Behandlung am Auge entwickelt wurden. Diese Präparate sind auf Sicherheit und Unschädlichkeit bei der Anwendung am Auge geprüft. Leider ist die Wirkdauer dieser Antikörper auf 4 – 6 Wochen limitiert, so dass bei den meisten Patienten mehrere Behandlungen durchgeführt werden müssen, bis sich ein dauerhafter Erfolg einstellt. In klinischen Studien hat sich eine Wirksamkeit für 80-90% der Behandlungen gezeigt. Dies bedeutet aber auch dass bei 10-20% der Behandelten keine oder nur eine geringe Wirkung erzielt wird. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, eine photodynamische Therapie durchzuführen. Bei den bisher zugelassenen Präparaten handelt es sich um Antikörper, die Verhindern dass der Wachstumsfaktor an seinen Rezeptor binden kann. Andere Präparate, die sich z. Zt. erforscht werden, fangen den Wachstumsfaktor ab, in dem ein falscher Rezeptor angeboten wird. Diese Stoffe haben evtl. eine deutlich längere Wirkdauer und müssen deshalb nicht mehr alle 4 Wochen injiziert werden.