Makuladegeneration

Die Makula ist die Zone im Zentrum der Netzhaut, in der die Sinneszellen am dichtesten gebündelt sind. Hier ist deshalb das Auflösungsvermögen am größten. Mit diesem Bereich wird genau gesehen, z.B. gelesen, Gesichter erkannt etc. Es gibt erblich bedingte Erkrankungen der Makula, die schon in der Kindheit oder Jugend auftreten können. Hier besteht meistens keine Therapiemöglichkeit.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Insbesondere im Alter aber kann die Makula von Verschleißvorgängen betroffen werden. Es könne sich Ablagerungen (Drusen) bilden bis hin zur Verkümmerung der Sinneszellen (Atrophie). Diese Veränderungen werden als „trockene altersbedingte Makuladegeneration“ oder „trockene AMD“ bezeichnet. Bei der „feuchten“ Form der AMD kommt es zur Flüssigkeits- oder Blutansammlung im Bereich der Makula, z.B. durch Blutgefäßwucherungen (sog. Neovaskularisationen), welche die Sinneszellen der Makula zerstören können. Neben Verschleißvorgängen werden auch erbliche Faktoren und Umwelt- sowie Ernährungseinflüsse bei der Entstehung der AMD diskutiert. Bei der Untersuchung der Netzhaut bei erweiterter Pupille kann der Augenarzt zwischen trockener und feuchter Form unterscheiden. Zusätzlich ist es in vielen Fällen sinnvoll, eine Gefäßdarsstellung der Netzhaut durchzuführen (Fluoreszeinangiographie oder kurz FAG). Hierbei wird durch eine Farbstoffinjektion z.B. in eine Armvene ein Kontrastbild der Netzhautgefässe erzeugt, auf welchem die Schäden genau erkannt werden können. Eine weitere Untersuchungstechnik ist das OCT (optische Cohärenz-Tomographie). Dabei wird die Netzhaut mit einem für das Auge ungefährlichen Laserstrahl abgetastet und es entsteht eine dreidimensionale Darstellung der Netzhaut. Dadurch lassen sich Frühformen der AMD besonders gut erkennen und die verschiedenen Varianten der feuchten AMD unterscheiden sowie exakte Verlaufsuntersuchungen durchführen, um z.B. eine Therapie zu kontrollieren. Eine gezielte Behandlung der trockenen AMD ist bisher nicht möglich, es sind aber Präparate in Erprobung. In einigen Fällen kann die Gabe von Vitaminen (C, E, Lutein, Xeaxantin) und Spurenelementen (Zink, Kupfer) sinnvoll sein. Zur Behandlung der feuchten AMD stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Laserkoagulation, Photodynamische Therapie, chirurgische Operationsverfahren oder die gegenwärtige Standardtherapie, die Injektion von Medikamenten in den Glaskörperraum des Auges. Damit werden zur Zeit besten Behandlungsergebnisse erreicht. Es sich dabei um Antikörper gegen Gefäßwachstumsfaktoren. Diese Faktoren spielen bei der Entstehung der feuchten AMD eine grosse Rolle. Die Antikörper wurden ursprünglich zur Krebsbehandlung entwickelt, weil auch dort Wachstumsfaktoren im Spiel sind. Bei der Injektion ins Auge können diese Antikörper die Gefäße abdichten und das schädliche Wachstum der Gefäße in der Makula stoppen.